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Gut gemeint – aber in den falschen Taschen gelandet

In der gegenwärtigen Zeit hängen viele positive Veränderungen in der Gesellschaft vom bürger-schaftlichen Engagement ab: sei es in Form der ehrenamtlichen Arbeit, sei es in Form der Geld-spenden.
Aber nicht jede spendensammelnde Organisation ist vertrauenswürdig, wie man am Beispiel „Aktion Tier – Menschen für Tiere e.V.“ sehen kann. Dieser Verein ist hervorgegangen aus dem „Deutschen Tierhilfswerk“. Das wurde nötig, weil der damalige Vorsitzende des „Deutschen Tierhilfswerks“ , Wolfgang Ullrich wegen Veruntreuung von Spenden im Wert von 25 Millionen Euro verurteilt wurde.
Das Deutsche Institut für soziale Fragen (DZI) bemühte sich 2011 vergeblich, …von den Verantwortlichen der Organisation (gemeint ist „Aktion Tier – Menschen für Tiere e.V., der Verf.) im Sinne der Transparenz gegenüber dem Spender konkrete aussagefähige Informationen…zu erhalten.“ Dem kam diese Organisation nicht nach.
Fazit des DZI: Spendern, die eine anerkannt gemeinnützige Organisation unterstützen möchten, sollten auf Spenden an „Aktion Tier- Menschen für Tiere e.V.“ verzichten.
Beachten Sie bitte folgende Tipps:
1. Bei Strassenspendensammelaktionen lassen Sie sich bitte von den Sammlern die behördliche Genehmigung zeigen.
2. In Spendenbescheinigungen muss die Steuernummer und das zuständige Finanzamt benannt sein.
3. Ebenso ist das Datum des Steuerbescheides zu benennen, an dem das Finanzamt die Gemeinnützigkeit bestätigt. Es sollte nicht älter als drei Jahre sein.
4. Das schon oben genannte DZI verteilt Gütesiegel an Spendenorganisationen. Diese Gütesiegel sind ein Indikator über die Seriosität des Spendensammlers.

Linktipp: Suche bei dem DZI

VBG: Regeln fürs richtige Feedback

Die meisten Menschen sind in der gesetzlichen Unfallversicherung pflichtversichert. Das kann für viele mehr sein als nur eine Versicherungspflicht. Der Versicherer VBG (Verwaltungsberufsgenossenschaft) bietet ein umfangreiches Programm an Seminaren für Prävention und Arbeitssicherheit. Versicherte können an zahlreichen Seminaren weitgehend kostenfrei teilnehmen. Besonders interessant ist das für Freiberuflerinnen, denn Seminare, die beruflich passen, werden von Berufsverbänden und Kammern als Fortbildung anerkannt.
Für eines der Seminare fanden wir den Hinweis, dass es seit langem ausgebucht ist: Feedback als Führungsinstrument. Wer Personal anleitet, macht nicht nur Vorgaben, sondern beurteilt auch die Leistungen. Was man mit einem guten Feedback erreichen kann, zeigt dieses Seminar, und vor allem, wie man es erreichen kann. Allerdings ist das Seminar über einen längeren Zeitraum ausgebucht, man kann sich nur vormerken lassen (http://www.vbg.de/DE/Header/5_Seminare/3_Seminarart/seminarart.html?gpdnri=12622362, abgerufen am 6. Mai 2015)
Uns erscheint interessant, was die VBG-Zeitschrift ‚Certo“ in Heft 2/2015 dazu schreibt: Zehn Tipps, wie man richtig Feed-back gibt. Die eigene Meinung als eigene Meinung darzustellen („ich sagen“), aber nicht zu schnell, lautet die erste Regel. Vorher sollte man fragen, was die andere Person denkt und erlebt hat. Und noch einmal: langsam, langsam! Alles was man hört sacken lassen und überdenken, auch wenn’s einen ärgert. Zwar kann man das Vertrauen anderer Menschen nicht steuern, aber man kann wenigstens auf eine Vertrauen schaffende Atmosphäre hinsteuern.
Wer sich schwer tut, Widerworte hinzunehmen, versucht die Neugier in sich zu wecken. „Feedback geben und nehmen stärkt die Persönlichkeit“, weiß die Präventionsexpertin der VBG Jasmine Kix. Die Führungskraft zeige ihr tatsächliches Interesse an den MitarbeiterInnen, indem sie regelmäßig nachfragt und auch zuhört. Üben könne man das, indem man mit den kleinen Dingen anfängt, die einem positiv auffallen. Dann übt man auch gleichzeitig, dass es immer darauf ankommt, konkrete Beispiele zu nennen. Verallgemeinerungen werden nicht verstanden, Beispiele machen deutlich, was man meint. Schwierig wird’s mit der neunten Regel von Jasmine Kix für den Führungsexperten: Rede wie Dir der Schnabel gewachsen ist, wohl aber in einer verständlichen Sprache. Und genau das dürfte vielen Experten schwer fallen. Regel Nummer zehn hilft einem aus der Patsche: Man solle immer auch die eigenen Wünsche und Ziele benennen. Das kann man dann wohl leichter sagen.
Weitere Info über VBG-Seminare: http://vbg.de/seminare

Kirchenzugehörigkeit und Quellenabzugsverfahren

Ab dem 01. Januar 2015 sind die Banken verpflichtet, neben der Abgeltungssteuer auch die Kirchensteuer automatisch an das Finanzamt abzuführen. Dies betrifft Angehörige der katholischen oder evangelischen Religionsgemeinschaft.

Die Banken werden hierzu beim Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) die Angehörigkeit einer Religionsgemeinschaft abfragen. Die Auskunft sollen die Banken in verschlüsselter Form erhalten. Als Vorteil wird angesehen, dass die Kirchensteuer zusammen mit der Kapitalertragsteuer abgegolten wurde, so dass keine weiteren finanziellen Belastungen erwachsen.

Wer dem obigen Verfahren nicht zustimmen will, kann der Datenweitergabe schriftlich bis zum 30.06.2015 widersprechen. Das entsprechende Formular ist unter der Internetadresse http://formulare-bfinv.de unter dem Stichwort „Kirchensteuer“. Für Rückfragen steht Ihnen das Bundeszentralamt für Steuern, An der Küppe 1, 53225 Bonn, Telefon 0228 406 1240 zur Verfügung.

Es gilt zu bedenken, dass der Datenschutz niemals absolut sicher ist und sein kann. Es geht niemanden etwas an, ob jemand zu einer Religionsgemeinschaft gehört und wenn ja zu welcher. Ist dann nicht ausreichend, wenn die Religionsgemeinschaft in der Steuererklärung angegeben wird?

Musiklehrer und Umsatzsteuerbefreiung

Wie bekommt ein Musiklehrer eine Bescheinigung, die ihn von der Umsatzsteuer befreit?

Musiklehrer können unter bestimmten Bedingungen von der Umsatzsteuer befreit werden. Diese Bedingungen sind:

  • es handelt sich um von ihm zu erbringende Unterrichtsleistungen, welche zur Allgemeinbildung oder zur Berufsvorbereitung dienen,
  • die Musiklehrer sind an Hochschulen, berufsbildende oder allgemein bildenden Einrichtungen tätig,
  • es sich um Einzelvorträge oder Workshops handelt, die der Musiklehrer an gemeinnützigen Einrichtungen, wie z.B. Volkshochschulen vorträgt.

Je nach Bundesland können die Anträge formlos oder an Hand eines Formulars gestellt werden. In der Regel sind folgende Informationen notwendig:

  1. Name, Vorname und Adresse des/der Pädagogen/-in,
  2. konkrete Bezeichnung der einzelnen Kurse, Lehrgänge usw., die in der Bescheinigung angegeben werden sollen bzw. bei Individualunterricht: Information zum Inhalt,
  3. Genaue Bezeichnung der Berufe oder Prüfungen, auf die die Kurse, Lehrgänge usw. vorbereiten,
  4. Soweit bekannt: Zahl der Teilnehmer, welche die vorgenannten Prüfungen in den letzten Jahren bestanden haben,
  5. Dauer der Kurse, Lehrgänge etc. (Anzahl der Gesamtunterrichtsstunden, Stunden pro Woche),
  6. Zahl der Teilnehmer je Kurs, Lehrgang usw. (umfasst die Gruppen der unterrichten Personen regelmäßig mindestens 4 Personen?),
  7. Werden auch Minderjährige unterrichtet?
  8. Lehrmittel, die Anwendung finden,
  9. Kopien erlangter Fachschul- und Hochschulabschlüsse, sowie andere Lehrbefähigungsnachweise(z.B. Lehraufträge an staatlichen oder staatlich anerkannten Schulen),
  10. Aus dem Antrag soll ersichtlich sein, ab wann die Bescheinigung gelten soll. Eine rückwirkende Bescheinigung ist möglich.

Die zuständigen Stellen sollte man sich aus dem Internet ermitteln, in der Regel sind es die Landeskultur- oder bei Unterricht von Kindern, Jugendlichen und Gruppen die Landesschulbehörden.

Die betriebliche Altersversorgung im Überblick

1. Definition
Eine betriebliche Altersversorgung liegt vor, wenn
1. Ein Arbeitgeber
2. einem Arbeitnehmer
3. im Rahmes des Arbeitsverhältnisses
4. Versorgungsleistungen für
5. bestimmte Fälle (Alter, Invalidität, Tod) zusagt.
In welcher Weise diese Altersversorgung erfolgt, steht dem Arbeitgeber frei. Zur Vermeidung von Missverständnissen gegenüber Behörden sollte der Arbeitgeber gegenüber seinen Arbeitnehmern einheitlich verfahren.

2. Vorteile:
Anbindung der Arbeitnehmer an das Unternehmen,
Attraktivität des Unternehmens für zukünftige Arbeitnehmer,
zusätzliche Absicherung für die Arbeitnehmer zur gesetzlichen Versorgung,
zusätzlicher Betriebsausgabenabzug für das Unternehmen.

3. Formen der betrieblichen Altersversorgung:
1. Pensionszusage,
2. Unterstützungskasse,
3. Direktversicherung,
4. Pensionskasse,
5. Pensionsfond.

4. Schematischer Überblick über die Formen der betrieblichen Altersversorgung

Bezeichnung Träger Belastung Steuerlich f. Arbeitgeber
Pensionszusage Arbeitgeber Rückstellungsbildung oder Beiträge zum Pensions-Sicherungsverein Betriebsausgabe im Jahr der Rücklagenbildung
Beiträge zum Pensions-Sicherungsverein in voller Höhe Betriebsausgabe
Unterstützungskasse Arbeitgeber Beiträge an U-Kasse Betriebsausgabe bis zur Höhe des steuerlich zulässigen Kassenvermögens.
Direktversicherung Versicherung Beiträge in voller Höhe abzugsfähig
Pensionskasse Pensionskasse Beiträge in voller Höhe abzugsfähig
Pensionsfonds Pensionsfonds Beiträge in voller Höhe abzugsfähig

5.Steuerliche Auswirkung für den Arbeitnehmer

Bezeichnung Steuerlich für Arbeitnehmer
Pensionszusage Im Versorgungsfall zu versteuern.(§ 19 Absatz 2 Einkommen- steuergesetz). Von den Versorgungsleistungen wird ein Freibetrag und ein Zuschlag abgezogen. Der dann noch zu verbleibende Anteil unterliegt der „normalen“ Besteuerung.
Unterstützungskasse wie bei Pensionszusage
Direktversicherung Grundsätzlich individuelle Besteuerung, allerdings steuerfrei bis 4 % der jährlichen Beitragsbemessungsgrenze. Bei Neuverträgen zusätzlich 1.800,00 € steuerfrei
Pensionskasse wie bei Direktversicherung
Pensionsfonds wie bei Direktversicherung

6. Sonstiges
Die Verpflichtung zur betrieblichen Altersversorgung hat Einfluss für den Fall eines geplanten Eigentümerwechsels des Unternehmens.
Für den Käufer stellt die betriebliche Altersversorgung ein Risiko dar:
1. Bei Pensionszusagen: Sind sie in richtiger Höhe gebildet worden und sind auch Rücklagen dafür vorhanden?
2. Liquiditätsbelastung für laufende Beiträge und unveränderliche Leistungsverpflicht-ung im Falle rückläufiger Erträge.

Investionsabzugsbetrag 2012

Es besteht die Möglichkeit, steuermindernd einen Abzugsbetrag in Höhe von bis zu 40% der geplanten Investitionen in Anspruch zu nehmen. Der der Investition muss es sich um ein längerlebiges bewegliches Anlagegut. Dafür gelten folgende Voraussetzungen:

  1. Es handelt sich um einen Kleinbetrieb mit einem Vermögen von maximal 335.000 €,
  2. die Investition wird innerhalb von drei Jahren vorgenommen.
  3. die Investition wird mindestens drei Jahre betrieblich genutzt,
  4. im Jahr der Inanspruchnahme werden Unterlagen zur geplanten Investition beim Finanzamt eingereicht (Kostenvoranschläge, Angebote etc.).

Im Jahr der Investition wird der in der Vergangenheit in Anspruch genommene Investitionsabzugsbetrag dem Gewinn wieder hinzugerechnet. Dafür bestehen Wahlrechte in der Abschreibung:

  1. Normale Abschreibung über die geplante Nutzungsdauer,
  2. im Jahr der Anschaffung darf eine Sonderabschreibung von maximal 40 % vorgenommen werden, allerdings verringert sich dann die planmäßige Abschreibung entsprechend,
  3. neben der laufenden Abschreibung darf innerhalb von fünf Jahren eine Sonderabschreibung von insgesamt 20 % der Anschaffungskosten in Anspruch genommen werden.

Wird die Investition nicht durchgeführt oder dient sie dem Betrieb weniger als drei Jahre, dann muss der Investitionsabzugsbetrag dem Gewinn wieder zugerechnet werden.

Neuerungen bei geringwertigen Wirtschaftsgütern

(Berlin – 10. September 2012) Die steuerliche und buchhalterische Behandlung von geringwertigen Wirtschaftsgütern ist in den letzten Jahren immer komplizierter geworden. Geringwertige Wirtschaftsgüter sind solche, welche eigenständig nutzbar sind, aber nur einen geringen Wert haben. Was als geringwertig gilt, bedarf einer Auslegung. Die Regelungen des § 6 Absätze 2 und 2 a Einkommensteuergesetz sind unübersichtlich. Will man sich jedoch vor unangenehmen Überraschungen bei Betriebsprüfungen schützen, sollte man folgendes beachten:

    1. Alle Wirtschaftgüter mit einem Wert ab 150,- € und mehr werden in der Buchhaltung bzw. in den Aufzeichnungen auf jeweils besonders eingerichteten Konten mit Datum der Anschaffung und worum es sich dabei handelt, erfasst.
    2. Geringwertige Wirtschaftsgüter mit einem Einzelwert unter 150,- € können im Jahr der Anschaffung in voller Höhe abgeschrieben werden.
    3. Liegen die Anschaffungskosten höher als 150,- € und unter 410,- €, so besteht ein Wahlrecht, nämlich das der Sofortabschreibung und das, diese Wirtschaftsgüter in einen Pool einzustellen.
    4. Dieser Pool kann noch erweitert werden um Wirtschaftsgüter mit einem Wert unter 1.000,- €. Was hat es mit diesem Pool auf sich? Die dort erfassten Gegenstände werden über einen Zeitraum von fünf Jahren regelmäßig abgeschrieben (also 20 % pro Jahr). Wird in dieser Zeit ein Gegenstand vorzeitig verschrottet, verbleibt er buchhalterisch weiter im Pool bis zur planmäßigen Vollabschreibung. Entscheidet man sich in einem Jahr für diese Behandlungsweise einer Poolbildung, dann ist man daran gebunden. Allerdings kann man sich im Folgejahr neu Entscheiden, ob man die Poolbildung weiter fortführen möchte (Meinung des Autors).

Meiner Meinung nach ist die Bildung eines Pools mit geringwertigen Wirtschaftsgütern für die Unternehmer interessant, die nur einen kleinen Gewinn oder sogar einen Jahresverlust erzielen. Sie retten sich auf diese Weise Abschreibungspotenzial für spätere Zeiten. Für andere Unternehmer ist die Poolbildung weniger interessant. Sie sollten sich die Nutzungsdauer der angeschafften Wirtschaftsgüter im Wert zwischen 410 € und 1.000 € genau anschauen. Denn eine Aufnahme in den Pool wäre nur dann interessant, wenn die Nutzungsdauer der Güter länger als fünf Jahre ist. Hinweis dazu kann man den amtlichen AfA-Tabellen des Bundesfinanzministeriums entnehmen.

Wert Behandlung
bis 150 € Vollabschreibung
150 € bis 410 € Wahlrecht zwischen Vollabschreibung und Poolbildung
über 410 € bis 1.000 € Wahlrecht zwischen Anlagevermögen und Poolbildung

Konsequenzen der Poolbildung:

    1. Im Jahr der Poolbildung und im weiteren Jahr von Zugängen einheitliche Anwendungen auf alle Wirtschaftsgüter der gleichen Art.
    2. Ein vorzeitiger buchhalterischer Abgang bei Verschrottung ist nicht möglich.
    3. Eine Poolaufnahme ist für Wirtschaftsgüter mit einer längeren Lebensdauer als fünf Jahren überlegenswert.

Von der Gewinnermittlung nach EÜR zur Bilanz

Manche müssen es, weil das Gesetz es verlangt; manche wollen es, weil sie mehr Durchblick bei den eigenen Geschäften gewinnen möchten: von der Einnahmen-Überschuss-Rechnung zur bilanziellen Gewinnermittlung wechseln. Dabei sollten Sie nach folgender Checkliste vorgehen.

Sofortige Kassenbuchführung für den Bargeldverkehr mit Ausweis entsprechender Tagesbestände, so wie es ein Kassenbuch vorsieht..
Vor dem ersten Jahresschluss müssen Sie eine Inventurdurchführen

  • des Warenbestands und
  • aller Materialien.

Die Inventur des Waren- und Materialbestandes weist aus:
Art, Menge, Preis.

Ferner ermitteln Sie vor dem ersten Jahresschluss:

  • den Schlussbestand an offenen Forderungen gegenüber Kunden,
  • den Bestand an sonstigen Forderungen, soweit Belege vorhanden sind,
  • den Schlussbestand von Schulden bei Lieferanten
  • den Schlussbestand sonstiger Verbindlichkeiten, soweit Rechnungen vorliegen.

Selbstverständlich werden bei der Ermittlung von Beständen Kopien von Rechnungen beigefügt.

 

Neuerungen bei Heil- und Behandlungskosten

Heil- und Behandlungskosten sind als so genannte außergewöhnliche Belastungen prinzipiell steuerlich absetzbar. In den letzten Jahren nahm die Bedeutung dieser Kosten zu, weil die Eigenbeteiligung der Bürger immer mehr anstieg.

Nun hat der Gesetzgeber durch eine Neufassung des § 64 Einkommensteuerdurchführungs-verordnung (EStDV) darauf reagiert und versucht durch höhere Anforderungen gegen-zusteuern.

Grundsätzlich sind Rezepte/Verschreibungen durch Ärzte oder Heilpraktiker vor der Behand-lung notwendig. Für Kuren, Psychotherapien und anderen Heilbehandlungen ist ein amtsärzt-liches Gutachten oder eine Bescheinigung des Medizinischen Dienstes der Krankernversicher-ung vor Behandlungsbeginn notwendig. Nachträgliche Atteste reichen nicht aus.

Die Neuregelung findet in all den Steuerfällen Anwendung, welche aus der Sicht der Steuerbehörde noch nicht abgeschlossen sind.

Tipp: Lassen Sie sich auf alle Fälle von Ihrem Arzt ein Rezept ausstellen, es muss kein so genanntes Kassenrezept sein. Bei länger anhaltenden Behandlungen schalten Sie frühzeitig den Medizinischen Dienst Ihrer Krankenkasse ein. Es kann sein, dass diese murren. Dann verweisen Sie bitte auf dieses Rundschreiben. Hier noch einmal die gesetzlichen Grundlagen:

§ 33 EStG iVm § 64 Abs. 1 und § 84 Abs. 3f EStDV)

Buchführung selber machen

Selbstverständlich vermittelt Ihnen Ihr Steuerberater eine professionelle Buchhalterin oder Buchhalter, wenn Sie nicht selbst die Daten eingeben wollen. Auf der anderen Seite wird es immer einfacher, auch die Buchführung selbst zu erledigen. Für alle, bei denen die Einnahmen- Überschussrechnung ausreicht gibt es sogar eine Software in freier Lizenz, die sie also kostenfrei benutzen dürfen. Easy Cash and Tax: http://www.easyct.de/news.php Diese Software darf man sich kostenfrei herunterladen und benutzen. Der Nachteil solcher freien Softwaren liegt meistens darin, dass man sich immer einmal wieder neue Module hinzuladen muss. Das kann zum Beispiel passieren, wenn man seine Daten so aufbereiten will, dass sie von einer anderen Software gelesen werden können („exportieren“).

Das liefern dann lizenzpflichtige Programme, wie zum Beispiel ‚Monkey Bilanz‘ oder ‚Lexware buchhalter‘, die dann selbstverständlich auch jederzeit die aktuelle Bilanz darstellen können. Monkey Bilanz gibt es ab 149 Euro bei der Cottbuser Firma prosaldo (Stand: Juni 2012), die auch eine Kassenbuchversion des Programms kostenfrei zur Verfügung stellt. Monkey Bilanz wurde ursprünglich für Nutzerinnen und Nutzer des Apple-Betriebssystems entwickelt. Daher hat es eine Reihe von komfortablen Eigenschaften bei der Nutzung von Maus und Bildschirm. ‚Lexware“ bekommt man beim Haufe Verlag in Freiburg im Breisgau für 159,90 € (Stand: Juni 2012). Dort hat man hauptsächlich für Windows entwickelt und die Software ist in der Handhabung etwas spöder, das Kassenbuch kostet dort 59,90 € (Stand: Juni 2012).

Diese Programme müssen jährlich aktualisiert werden (Monkey Bilanz 52 €, Lexware 119,90 €). Das liegt hauptsächlich daran, dass die Gesetze immer wieder schnell mal geändert werden, und daran passen die Entwickler ihre Software an. So ist eIn Formular für die Voranmeldung der Umsatzsteuer enthalten und man kann die Steueranmeldung direkt aus dem Prorgamm an das Finanzamt übertragen. Wer öfter mal Schwierigkeiten mit seiner online-Verbindung hat, sollte sich dann auf den Internetseiten vorher anschauen, wie teuer die Service-Hotlines sind. Manchmal lohnt es sich bei einem kulanten Software-Hersteller auf Rückruf zu warten, statt bei einer Bezahlhotline in der Warteschleife zu hängen. Für alle inhaltlichen Fragen, zum „Wie-Buche-ich-Was“ wendet man sich am besten an seinen Steuerberater, denn: Vorher zu fragen spart Zeit und Geld.